Der Meister zeigte den Talents die Grenzen auf
Lehrstunde statt Favoritensturz: Im Duell mit dem amtierenden Zweitligachampion Leverkusen Wings hatten die bis dahin ungeschlagenen Talents BonnRhöndorf das Nachsehen. Der angekündigte „Reality Check“ endete in der 2. TOYOTA- Damen Basketball-Bundesliga mit einer 57:72 (23:39)- Heimniederlage und der Erkenntnis, dass es mit schwachen Wurfquoten gegen die Topteams nicht reichen wird.
Die Schlusssequenz sprach Bände: Gleich dreimal scheiterten die Talents hintereinander mit vermeintlich einfachen Würfen aus der Nahdistanz . Das Leder wollte gegen die Wings aber schon vorher nicht in den Korb. In Münster reichte eine unbefriedigende Wurfquote noch zum Sieg, weil der Ball in der Crunchtime aus der Dreierdistanz fiel. Gegen die Wings fanden nur 19 von 62 Wurfversuchen ihr Ziel (31%), viel zu wenig um gegen ein gutes Zweitligateam zu bestehen.
Die Gäste zeigten von Beginn an, dass sie das Rheinderby unbedingt gewinnen wollten. In der Offensive wurde Leverkusen sehr variabel von der omnipräsenten Kendra Parra geführt, hinten machte der Meister den Talents mit viel Körperlichkeit zu schaffen und stellte immer wieder die Passwege zu. Leverkusen wirkte insgesamt „giftiger“ und führte nach Abschnitt eins völlig zu Recht mit 19:10. Das kurze Zwischenhoch nach Lena Lingnaus Korb zum 15:21 (14.) hielt nicht lange an. Bea Waffenschmieds Innenspielerinnen taten sich sehr schwer und konnten sich nicht – wie bislang gewohnt – durchsetzen.
Zur Halbzeit stand ein 23:39 auf der Anzeigentafel, wobei Leverkusen satte 13 Mal öfter auf den Korb geworfen hatte als BonnRhöndorf. Das Reboundduell war deutlich an die Wings gegangen und nur 2 von 12 Dreierversuchen hatten ihr Ziel gefunden. Vor allem Letzteres musste sich dringend ändern, wenn so etwas wie eine Aufholjagd überhaupt Thema sein würde.
Leider gelang es den Talents auch nach dem Wechsel nicht, das Spielmomentum auf ihre Seite zu ziehen. Leverkusens Asse stachen, die der Talents blieben unglücklicherweise im Ärmel. Parras Distanztreffer zum 32:52 (27.) war so etwas wie eine Vorentscheidung, der Dreier von Lisa Arz zeitgleich mit der Viertelsirene gegen ihr altes Team tat richtig weh. Man musste den Talents zu Gute halten, dass sie sich nicht hängen ließen und trotz des 22-Punkte-Defizits zu Beginn des letzten Viertels weiterkämpften.
Kurz flackerte ein wenig Hoffnung auf eine Wende in der Partie auf, als Zoe Perlick und Johanna Huppertz auf 51:62 verkürzten (35). Doch der Meister reagierte sofort, Coach Reusch nahm den Talents mit einer Auszeit den Wind aus dem Segeln. Den letzten Nagel klopfte Leverkusens Neuzugang Franka Wittenberg mit einem Distanztreffer in den Talents-Sarg und besorgte 120 Sekunden vor dem Ende das Schlussergebnis.
Perlick (13) und Huppertz (14) waren dann auch die beiden besten Werferinnen auf Seiten der Gastgeberrinnen. Am nächsten Sonntag müssen die Talents zu den Veilchen Ladies nach Göttingen, dem neuen Tabellenführer.
Viertel: 10:19 / 13:20 / 13:17 / 21:16
Es spielten: L. Bagagnan, E. Scheibinger 3 Punkte/1 Dreier, S. Müller 1, N. Happel 8, K. Steffen 2, L. Lingnau 5, Z. Perlick 13, L. Räwer-Tanguep 2, H. Fante 2, M. Middeler 5, L. Brand 2, J. Huppertz 14/2.

- 2. DBBL 26/27, 2.DBBL, Allgemein
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