• 22.03.2026

TROTZ SPÄTER AUFHOLJAGD EIN GEBRAUCHTER ABEND IN NEUSS

Diesmal misslang den Regio-Talents das späte Comeback – aber ein Sieg gegen die TG Neuss wäre an diesem Abend auch nicht wirklich verdient gewesen. Über 32 Minuten ließen die Rheinländerinnen vieles von dem vermissen, was sie in der bisherigen Saison so stark gemacht hatte und buddelten sich damit selbst ein 18-Punkte-Loch (53:71, 32. Minute). Quasi aus dem Nichts zauberten die Gäste dann einen 18:0-Lauf zum 71:71-Ausgleich aufs Parkett, der aber schließlich doch nicht mehr zum Erfolg führen sollte. Die auf Neusser Seite alles überragende Vanessa Jurewicz übernahm noch einmal und sicherte den Gastgeberinnen im Alleingang den 74:71-Sieg (23:10, 20:23, 23:20, 8:18).

Man war auf BonnRhöndorfer Seite durchaus gewarnt vor der kürzlich für den Abstiegskampf nachverpflichteten Top-Spielerin der Tigers, die zuvor in der 2. DBBL Süd in Leimen auf Korbjagd gegangen war. Mehr als 22 Punkte hatte Jurewicz in ihren bisherigen sechs Regionalliga-Auftritten gesammelt und dem Neusser Team damit einen gehörigen Leistungsschub verpasst. Wie dominant die Schwedin auftreten würde, überraschte die Talents-Frauen dann aber offenbar doch. Über knapp 39 Minuten zog sie mit viel Übersicht die Fäden bei den Hausherrinnen, setzte auch in der Defense den Ton und sorgte ganz nebenbei für Scoring. Am Ende standen 31 Punkte auf dem Statistikbogen, der – wenn sie denn gezählt worden wären – sicherlich auch ein halbes Dutzend Steals hätte ausweisen müssen.

Auf der anderen Seite sahen die zahlreichen Zuschauer ein seltsam zurückhaltendes Talents-Team, das über weite Strecken unkonzentriert wirkte, immer wieder haarsträubende Turnover produzierte und überdies haufenweise Offensivrebounds abgab. So gewann das Heimteam das „Posession-Game“ klar und verdiente sich eine Vielzahl zweiter Chancen. Hinzu kam, dass eine der Stärken der diesjährigen Talents – der Distanzwurf – lieber das schöne Wetter außerhalb der Halle genoss und sich einfach nicht blicken lassen wollte. Bis zu dem angesprochenen Lauf im letzten Viertel gelang nur ein einziger Dreier und selbst der wurde von einem Beobachter treffend als „dreckig“ bezeichnet. 

Die Tigers hatten den Abstiegskampf jedenfalls voll angenommen und folgten ihrer Anführerin in Sachen Intensität. Die wollte sich trotz mehrerer Auszeiten von Headcoach Johannes Sünnen bei den Gästen nicht richtig einstellen. Bis zur 32. Minute. Jurewicz (wer auch sonst?) hatte gerade per Bonusfreiwurf auf 71:53 erhöht und die Mienen auf der Talents-Bank sowie dem Anhang verfinsterten sich zusehends. Dann kam Lia Hilgenfeld endlich wieder zweimal zum Korb durch und Emily Scheibinger versenkte Freiwürfe zum 71:59 (35. Minute). Knapp vier Minuten vor Schluss spazierte dann plötzlich doch noch der Dreier herein und schloss sich den Talents an: Brandt, Fante, Brandt und nochmal Fante trafen zum 71:71-Ausgleich (38. Minute). 

Anders als in den letzten beiden Partien konnten die Talents ihr atemberaubendes Comeback aber nicht mehr krönen. Jurewicz zeigte keinerlei Nerven und versenkte im Gegenzug einen wichtigen Floater. Auf der anderen Seite ließen die Talents zwei Freiwürfe liegen. Die Schwedin sorgte auf der Gegenseite wiederum an der Freiwurflinie vier Sekunden vor Schluss für die Entscheidung. 

Durch die Niederlage sind die Talents auf Platz 3 der Tabelle abgerutscht, haben allerdings auch noch ein Spiel weniger als der UBC Münster, der sich mit einem 63:41-Auswärtserfolg in Bielefeld zunächst wieder vorbeigeschoben hat. 

Es spielten:

Bantes (1 Punkt), Scheibinger (10), Brand (11/ 3 Dreier), S. Flottmann (11), Hilgenfeld (16), Pfeil (3), Hans, Fante (6/2), Kleinert (13)