• 08.03.2026

REGIO-TALENTS FEIERN ERNEUTEN COMEBACK-SIEG GEGEN MÜNSTER

Und täglich grüßt das Murmeltier – so dürften sich die Münsteranerinnen nach dem Verfolgerduell mit den Regio-Talents gedacht haben. Nachdem die Rheinländerinnen schon im Hinspiel im letzten Viertel ein fast schon verloren geglaubtes Spiel aus dem Feuer gerissen hatten, gelang ihnen dasselbe Kunststück nun auch auswärts in der Sporthalle des Pascal-Gymnasiums in Münster. Dank eines starken Endspurts und insgesamt 14(!) erfolgreichen Würfen von Downtown besiegten die Talents 2 den UBC Münster mit 79:74 (17:26, 18:16, 16:16, 28:16) und übernahmen damit den zweiten Tabellenplatz hinter den Wings Leverkusen 2. Fun Fact: auch im Hinspiel hatten die Talents das Abschlussviertel schon mit exakt 28:16 für sich entschieden.

Zweiter gegen Dritter. Auf dem Papier war es das Spitzenspiel des 17. Spieltags der Regionalliga, auch wenn beide Teams mit Personalproblemen zu kämpfen hatten. Den Talents fehlten neben Topscorerin Lia Hilgenfeld (unterwegs mit der 2. DBBL in Chemnitz) auch die Stammkräfte Jule Flottmann, Pauline Bantes, Linda Thimm und Centerin Alexa Hans. Auf Seiten des UBC wurde vor allem Miriam Lincoln schmerzlich vermisst, unter dem Korb aber auch die Länge einer Hannah Ladewig. Alles egal – wichtig war, wer auf dem Platz stand: die Zuschauer sollten trotzdem ein temporeiches und spannendes Spitzenspiel zu sehen bekommen. 

Die Hausherrinnen konnten ihre Ausfälle zunächst besser kompensieren. Immer wieder fanden sie den direkten Weg zum Korb der Talents für leichte Abschlüsse, die sie im ersten Viertel auch höchst zuverlässig verwerteten. Die Rheinländerinnen bekamen kaum Zugriff auf die Münsteraner Systeme und die konsequent ausgespielten Fastbreaks. Auf der offensiven Seite blieb das Spiel derweil etwas ideenlos. Allein die gute Trefferquote von außen hielt die Rheinländerinnen hier im Spiel. Fünf Dreier, aber nur ein Korb von Sina Flottmann aus dem Zweierbereich war die rheinische Zwischenbilanz nach einem eher verkorksten Auftaktviertel, in dem man 26 Punkte abgab. 

Danach stabilisierten die Gäste ihre Defense und fanden ihrerseits zu einer ausgeglicheneren Offensive. Marie Kleinert läutete mit ihrem Dreier einen ersten Comeback-Versuch ein. Den 7:0-Lauf Mitte des zweiten Viertel rundete Hana Bajramovic mit zwei Freiwürfen ab (29:32, 14. Minute). Die Talents waren wieder auf drei Punkte herangerückt. Die über lange Zeit nicht zu kontrollierende Topscorerin der Partie Mona Landwehr (26 Punkte) konterte allerdings zum Halbzeitstand von 35:42.

Nach der Pause schien es dann zunächst so, als ob Münster den Sack schnell würde zumachen wollen – und können. Wieder war es Landwehr, die auf 48:35 erhöhte (23. Minute). Glücklicherweise hielten Flottmann, Hanna Fante und Marie Kleinert von der Dreier- und der Freiwurflinie dagegen und die Talents weiter in Schlagdistanz. Sieben Punkte Rückstand waren es nach dem dritten Viertel – gefühlt waren es aus Sicht der Gäste aber irgendwie doppelt so viele. 

Zum Auftakt des Abschlussviertels waren es dann die BonnRhöndorferinnen, die loslegten wie die Feuerwehr. Dreier Sophie von Ass, Zweier Paulina Holbach, Zweier Marie Kleinert – und die Partie war plötzlich ausgeglichen. Die Youngster Bajramovic, Holbach und Noémi Bokodi brachten sich mit aller Energie ein. Mit einem Dreier holte Holbach in der 36. Minute die erste Führung der Partie für die Talents (63:60).

Die Begegnung war jetzt in ihre entscheidende Phase eingetreten und Münster hatte nicht vor, sich in sein Schicksal zu ergeben. Es übernahmen die umsichtige Abigail Ogle und die starke Marnie Falkowski für die Gastgeberinnen und hielten das Spiel eng. Laura Brand und Fante sorgten derweil mit zwei Distanztreffern für die notwendige Atemluft bei den Talents (71:66, 37. Minute). Allerdings machte sich der Kräfteverschleiß bei Ogle und Landwehr, die beide gut 35 Minuten auf dem Feld standen, zunehmend bemerkbar. Ihre Versuche, dem Spiel eine weitere Wendung zu geben, scheiterten an der jetzt soliden Defense der Talents – auf der Gegenseite setzte Fante vierzig Sekunden vor Schluss mit ihrem vierten Dreier zum 74:67 den „Dagger“. Emily Scheibinger und Kleinert behielten von der Freiwurflinie die Nerven und sicherten den umjubelten Comeback-Sieg ab. 

Es spielten:

Bokodi, Bajramovic (6 Punkte), Holbach (5/ 1 Dreier), Scheibinger (8/ 1), Brand (11/ 3), von Ass (6/ 2), S. Flottmann (7/ 1), Pfeil (4), Fante (16/ 4), Kleinert (16/ 2).