Wer die Black Bulls schlagen will, der muss Dölle stoppen
Der 18. Spieltag der TOYOTA 2. Damen Basketball-Bundesliga beschert den Talents BonnRhöndorf am Samstag (17.00 Uhr Sporthalle Elisabeth-Selbert-Gesamtschule) ein Heimspiel gegen den Tabellendritten aus Osnabrück. Nach der Pleite in Grünberg wollen die Talents zu Hause wieder an alte Tugenden anknüpfen und die favorisierten Black Bulls ärgern.
Im Hinspiel lieferten die Talents eine weitgehend überzeugende Vorstellung ab, mussten sich aber am Ende (65:72) dem BBC und der überragenden Tonia Dölle geschlagen geben. Osnabrück setzt wie die Talents ausschließlich auf einheimisches Personal und wird von erfahrenen Spielerinnen getragen. Playmakerin Anne-Marie Potratz-Bramscher dirigiert das BBC-Ensemble und verteilt starke 4,7 Assists pro Match (Rang zwei im Norden). Dölle ist mit über 18 Punkten die zweitbeste Scorerin der Liga. Aber auch Michelle Büscher (10 Punkt pro Match), Melina Hagenhoff (10) und Emily Enochs (8) wissen, wie man zu Punkten kommt. Der Schlüssel ist aber ohne Zweifel Dölle. Ihre Wirkungskreise einzuengen wird das Hauptaugenmerk einer Talents-Defense sein, die in Grünberg keine gute Figur machte.
Headcoach Bea Waffenschmied hatte nach der Partie ihrer Enttäuschung freien Lauf gelassen. Alle während der Begegnung versuchten Anpassungen und Rotationsumstellungen schlugen letzten Endes fehl. Das Team war meilenwert von seiner wahren Leistungsfähigkeit entfernt und unter den eigenen Möglichkeiten geblieben. Seit Anfang Dezember gehen die Talents durch ein „Ergebnistief“, welches nur vom Heimsieg gegen Lichterfelde unterbrochen wurde. Nur ein Erfolgserlebnis aus den letzten fünf Partien, die ernüchternde Bilanz hat alle höheren Ambitionen zunichte gemacht. Es geht um die direkte Qualifikation für die nächste Saison, bei der ein Platz unter den ersten Acht erreicht werden muss.
Anfang der Woche trudelten weitere Hiobsbotschaften beim Bonner Coaching Staff ein. Die Personaldecke wird immer dünner. Natürlich ist man in der jetzigen Situation erst recht nicht in der Favoritenrolle. „Aber wir werfen alles, was wir noch haben in die Waagsachale, zumindest können wir befreit aufspielen“, über sich der Coach in Zuversicht.
Fotos: Peter Voeth
