Rekordsieg gegen dezimierte Rotenburgerinnen
Die Schallmauer von 100 Punkten hatten die Talents BonnRhöndorf in der TOYOTA 2. Damen Basketball-Bundesliga bisher noch nie durchbrechen können. Gegen die stark ersatzgeschwächten AVIDES Hurricanes aus Rotenburg gelang den Talents am Samstag ein überaus deutlicher 111:54 (66:25)- Kantersieg. Durch die gleichzeitige Niederlage der Chemnitzerinnen in Lichterfelde rücken die Talents auf Tabellenplatz fünf vor. Next up: der Tabellenvierte aus Bochum.
Zur Wahrheit gehörte allerdings auch, dass der Tabellenelfte mit einer Rumpfmannschaft von gerade einmal sechs Spielerinnen nach Plittersdorf gereist war. Ohne Ihre kurzfristig erkrankte Playmakerin Pia Mankertz und US-Importspielerin Kendall Nead (Gehinerschütterung) brachten die Hurricanes gegen die mit allen zwölf Kaderakteuren angetretenen Talents kaum ein Bein auf die Erde. Man muss den sechs tapferen Wirbelwinden hoch anrechnen, dass sie sich nicht in ihr Schicksal ergaben sondern versuchten mutig mitzuspielen. Bis die Kräfte eben zwangsläufig nachließen.
Bis zum 9:8 (3.) hielten die Gäste auch gut mit. Headcoach Bea Waffenschmied musste ihr Team mehrfach ermahnen, die vermeintlich einfache Aufgabe ernst zu nehmen. Eine humorlose 14:0-Serie, die von Back-to-Back Dreiern von Julijana Blazic gekrönt wurde, stellte die Weichen dann zur klaren 29:12-Führung nach dem ersten Viertel. Rotenburg konnte nicht durchwechseln und die Talents bestraften jeden Turnover mit schnellen Fastbreak-Punkten. Insgesamt 33 Ballverluste leisteten sich die im Spielaufbau oft unter massiven Druck gesetzten Gäste alleine bis zur Halbzeitsirene. Zur Pause (66:25) hatten die Talents nahezu genauso viele Punkte erzielt, wie man sie sonst im Ligaschnitt über 40 Minuten verzeichnet (68).
Wer damit gerechnet hatte, dass Rotenburg nach dem Wechsel die weiße Fahne schwenken würde, der sah sich schnell getäuscht. Zwar war der Ausgang der Partie nicht mehr fraglich, aber „abschlachten“ ließen sich die Hurricanes nicht. Allen voran die 19 jährige Luise Linke, die nicht nur 40 Minuten durchspielte sondern dabei auch 20 Punkte erzielte und sich 17 Rebounds fischte. Beides Spielbestmarken. Mit einer 91:42-Führung ging es für die Talents in das letzte Viertel und die einzig offene Frage war, wer denn den hundertsten Punkt erzielen und damit eine süße Backspeise für das Team besteuern werden müsse. Diese „Ehre“ fiel dann Point Guard Lea Wolff zu, deren Dreier (einer von zwölf Distanztreffern der Talents) die basketballerische Schallmauer durchbrach.

Sieben Talents-Frauen konnten zweistellig punkten, keine Spielerin musste dabei mehr als 19 Minuten auf dem Spielfeld stehen. Mit 97 Wurfversuchen (bei 47 Prozent Trefferquote) stellten Waffenschmieds Akteure für sich auch in dieser Rubrik ein neue Bestleistung in der erst kurzen Zweitligageschichte auf.
Waffenschmied lobte hinterher die Einsatzbereitschaft der Gäste, die sich 40 Minuten lang alles abverlangt hatten. „Ich bin sehr zufrieden, dass wir nicht nur die Spielminuten so gleichmäßig verteilen konnten, sondern auch alle Spielerinnen gleichermaßen zum Spiel beitragen konnten“, gab es auch Streicheleinheiten fürs eigene Team.
Nach dem zwölften Saisonerfolg und dem fünften Win in Serie können die Talents nun aller Voraussicht nach auch im kommenden Jahr mit einem Platz in der 2.Bundesliga planen. Schlechter als auf Platz acht wird man – bei noch vier ausstehenden Matches – die dritte Zweitligasaison kaum beenden. Viel spannender ist ohnehin der Blick nach oben, denn der Sprung auf den vierten Platz ist immer noch möglich. Am kommenden Sonntag in Bochum kommt es zum Duell mit den Astroladies. Um ihre kleine Play-off-Chance zu erhalten, müssen die Talents dort siegreich sein…
Viertel: 29:12 / 37:13 / 25:17 / 20:12
Es spielten: E. Scheibinger 10 Punkte / 2 Dreier, S. Müller 10, N. Happel 7/1, K. Steffen 7/1, L. Lingnau 6, J. Blazic 12/2, Z. Perlick 12/2, L. Hilgenfeld 11, L. Räwer Tanguep 8, M. Middeler 10, J. Huppertz 7/1, L. Wolff 11/3.

