Mit Rückenwind die Hurricanes bezwingen
Nach vier Siegen in Folge gehen die Talents BonnRhöndorf am kommenden Samstag (17.00 Uhr, Sporthalle Elisabeth-Selbert-Gesamtschule) mit viel Selbstvertrauen in die Partie gegen die AVIDES Hurricanes aus Rotenburg. Mit einem weiteren Erfolg dürften die BonnRhöndorfer Korbjägerinnen endgültig alle Zweifel am Klassenverbleib in der TOYOTA 2. Damen Basketball-Bundesliga ausräumen können. Insgeheim will man aber weiter nach oben.
Der Fokus richtet sich also auf die vor den Talents platzierten Teams. Der Erfolg in Chemnitz hat Bea Waffenschmieds Mannschaft (11 Siege, 8 Niederlagen) zwar nicht auf den fünften Tabellenplatz gehievt, aber der Abstand auf die sieggleichen ChemCats ist egalisiert worden. Bis zum „gelobten Land“, also den Play-off-Rängen 1-4 sind es aber noch „Welten“. Ganz vorne in der Tabelle ziehen Göttingen (19-0) und Leverkusen (18-1) einsam ihre Kreise und sind für die Talents uneinholbar. Osnabrück (15-5) auf Platz drei und Bochum (4., 14-5) könnten rein rechnerisch noch abgefangen werden, wenn man sich in den verbleibenden fünf Spielen am besten keine einzige Niederlage mehr erlaubt. Darunter sind jedoch Partien gegen Göttingen und in Bochum. Es muss schon nahezu alles optimal laufen für Waffenschmieds Truppe, damit dieser Traum noch in Erfüllung gehen kann.
Und der Anfang muss auch erst einmal gegen die abstiegsbedrohten Rotenburgerinnen (Rang 11, 5-15) gemacht werden. Die Hurricanes kämpfen schon die gesamte Saison mit Ausfällen und sind – im Unterschied zu den Vorjahren – nicht mehr mit der ganz großen Personalgüte ausgestattet. Dreh- und Angelpunkt ist weiterhin die inzwischen 35jährige Pia Mankertz, die sich aber in bewundernswerter Art und Weise für ihr Team zerreißt. Mit weit über 38 Minuten im Schnitt ist sie die meist eingesetzte Zweitligaspielerin der Nordgruppe. Die routinierte Spielmacherin fährt ohne Zweifel auch „auf Verschleiß“. Zwei Importspielerinnen (Kendall Nead und Jenna Cotter) füllen den knappen Roster auf. Luise Linke und Nele Gleitsmann gehören darüber hinaus zu den auffälligsten Scorerrinnen der Niedersächsinnen. Zu allem Überfluss musste Nead im letzten Match in Lichterfelde mit einer vermuteten Gehirnerschütterung vom Spielfeld geführt werden. Es sind harte Basketball-Zeiten an der Wümme in diesen Tagen.
Für Waffenschmied ist die langjährige Spielgestalterin der Hurricanes einfach „eine Wucht“. „Mankertz nötigt mir einen Heidenrespekt ab“, sagt der Headcoach zur Lastenverteilung beim Tabellenelften. Gegen die vermutlich wieder mit einen Minikader antretenden Rotenburgerinnen will Waffenschmied vor allem eines: schnell spielen und attackieren. Je früher beim Gegner die Kräfte schwinden, desto höher die Erfolgschancen, spekuliert die Übungsleiterin.
Fotos: Alexander Trienitz

