• 01.03.2026

Teamplay und Wille machten nach der Halbzeit den Unterschied

Ein ungeheuer intensives Schlussviertel bescherte den Talents BonnRhöndorf am Samstagabend einen 71:51 (27:36)- Heimsieg in der TOYOTA 2. Damen Basketball-Bundesliga gegen Eintracht Braunschweig Lion Pride. Der unwiderstehliche 19:0-Lauf zu Beginn des letzten Durchgangs gepaart mit beinharter Defense drehten ein Spiel, in dem die Gäste aus Niedersachsen über 30 Minuten lang geführt hatten.

Der Bonner Gameplan, die beiden Importspielerinnen der Löwen, Brandy Huffhines und Harriet Swindells auf keinen Fall das Match dominieren zu lassen ging zwar durchaus auf. Nur ließen die Talents ihrerseits in offensiver Hinsicht lange Zeit jede Menge zu wünschen übrig. Horrende Wurfquoten aus dem „Dreierland“ sorgten bis zur Halbzeit (1 von 15 Treffer) für eine magere Punktausbeute. Braunschweig machte seine Sache gut und war mit dem Geschwisterpaar Lina und Lara Lieckfeld auch unter dem Korb eine Herausforderung für die nicht immer sattelfeste Defense der Talents.

Bea Waffenschmieds Truppe war (am 20. Spieltag!) erstmals ohne Verletzte und Kranke angetreten. Zur Halbzeit gab es beim in vermeintlich bester Besetzung angetretenen Heimteam ohne Zweifel reichlich Diskussionsbedarf. Wenn schon offensiv nicht viel gehen sollte, so war man zumindest in der Verpflichtung, es der Eintracht nicht weiter so einfach zu machen. Und tatsächlich gelang es den Talents, das Löwenrudel nun deutlich mehr unter Druck zu setzen. Nicola Happel, Lea Wolff und Co. Empfingen die Braunschweiger Point Guards nun schon in deren Spielhälfte und erzwangen Ballverluste. Die sehr lange und gut besetzte Bank der Talents wurde zusehends zum Problem für die Gäste.

Auf der einen Seite ein immer müder werdendes und offensiv auf wenige Schultern verteiltes Braunschweiger Team. Und auf der anderen Seite die Talents, die gleichwertig wechseln und den Druck immer weiter steigern konnten. So gelangen den Gästen im dritten Viertel nur noch neun Punkte. Lisanne Räwer Tanguep, Wolff und die sehr starke Lia Hilgenfeld sorgten dafür das man „nur“ mit einem kleinen Rückstand in die letzten zehn Minuten ging (42:45).

Der letzte Durchgang sollte den Zuschauern in der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule wahrlich in Erinnerung bleiben. Die ersten Aktionen machten deutlich, dass die Talents das Match unbedingt drehen und gewinnen wollten. Lena Lingnau brachte ihre Mannschaft erstmals in Führung (42.). Das Löwenrudel leistete sich Ballverluste und die Talents Fastbreak-Maschine lief auf Hochtouren. Back-to-back Dreier von Nicola Happel krönten die sehenswerte 19:0-Serie, beim Stande von 59:45 war der Wille der Gäste endgültig gebrochen. Waffenschmied analysierte das dominante Viertel so: „Jede Spielerin, die das Feld betrat war bereit unserem Game Plan zu folgen und das ganz unabhängig von der Spielzeit, die sie bekam. Ich bin stolz auf diesen eindrucksvollen Turnaround und möchte das Team als Ganzes für seinen Willen und den Zusammenhalt loben.“

Bemerkenswert: Waffenschmieds Ensemble hatte bärenstarke 55 Rebounds gesammelt und außerdem 21 Assists verteilt. 54 „Points in the Paint“ unterstrichen die immer erdrückender werdende Übermacht in Korbnähe. Lia Hilgenfeld wurde mit 18 Punkten zur Topscorerin der Partie, während Martha Middeler das inzwischen übliche Double Double (11 Punkte / 12 Rebounds) beisteuerte. Lisanne Räwer Tanguep traf ebenso zweistellig (11).

Viertel: 15:19 / 12:17 / 15:9 / 29:6

Es spielten: E. Scheibinger, S. Müller, N. Happel 8 Punkte / 2 Dreier, K. Steffen, L. Lingnau 8, J. Blazic 2, Z. Perlick 2, L. Hilgenfeld 18, L. Räwer Tanguep 11, M. Middeler 11 / 12 Rebounds, J. Huppertz 4, L. Wolff 7/1.
Fotos: Lena Bärann